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Nicht nur der Keltenfürst, auch der König des Rock 'n' Roll hat ein Museum in der Kurstadt verdient. Das jedenfalls war die Meinung der Diskussionsteilnehmer, die sich am Samstagnachmittag im Hotel Rosenau trafen, um über die Chancen für ein Elvis-Presley-Museum in der Wetterau zu sprechen. Zum Auftakt des Veranstaltungsprogramms der neu gegründeten Museums-AG der Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim« diskutierten Stadtmarketing-Chef Ulrich Schlichthaerle, Hoteldirektor Jürgen Axel und Klaus Ritt, Präsident des Elvis-Presley-Vereins Friedberg/Bad Nauheim (EPV), über die Perspektive eines solchen Unterfangens. Rosemarie Killius, Historikerin an der Goethe-Universität Frankfurt und selbst großer Elvis-Fan, unterstrich in ihrem Vortrag die positiven Auswirkungen, die in Presley-Museum für die Stadt haben könnte.
Dass der fast zweijährige Aufenthalt von Elvis in der Wetterau ein Standortfaktor für die Region sein kann, solle die Diskussionsrunde herausstellen, meinte Armin Häfner, Präsident der Bürgerstiftung, der die Veranstaltung moderierte. Gedanken über die Umsetzung und das Konzept für ein Elvis-Museum machte sich die Historikerin Killius, die schon beim European Elvis-Festi-val im August ihr Studienprojekt zum Zeitgeist der 50er Jahre vorgestellt hatte. Bad Nauheim solle seinen Status als »Elvis-Stadt« nutzen, um überregionalen Bekanntheitsgrad zu erlangen und so den Fremdenverkehr anzukurbeln. »Nach seinem Tod ist der King vom Mythos zum Markenartikel geworden«, so die Universitäts-Mitarbeiterin. Die Schaffung eines Elvis-Museums sei daher längst überfällig.
Was der Errichtung eines solchen Museums im Weg steht, ist auch eine Frage des Geldes. Eine durch Spenden und Sponsoren finanzierte Einrichtung könne sich im Prinzip selbst tragen, so die Meinung der Historikerin, die Beispiele von - durchaus erfolgreichen - Elvis-Museen in anderen Ländern nannte. Etwas bedeckter hielt sich EPV-Präsident Ritt, der »in den nächsten 15 Jahren« nicht mit dem Bau des Museums rechnet. »Die Bad Nauheimer schätzen ihre Schätze nicht«, meinte Ritt und bedauerte, dass das Phänomen Elvis kaum im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sei. Im Gegensatz zu Themen wie Jugendstil, Rosen und Kur würde die Stadt das »Prädikat Elvis« nicht für ihre Zwecke nutzen. »Wir tun sehr viel für die Stadt ? zurück kommt gar nichts«, so Ritts Rüge an die Adresse der Kurstadt-Politiker.